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BK V/10 - 13.10.2004 |
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1924 - Jugendherberge „Lindenhof“ heute „Herberge
zum Brieselang“ |
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Die
Brieselanger Jugendherberge „Lindenhof“, deren Initiator Otto Lindemann war,
wurde am 28. September 1924 feierlich eröffnet. Die Herberge fand bei der vor
allem aus Berlin kommenden Jugend lebhaften Zuspruch und so waren schon bis Juli
1925 1308 Übernachtungen zu verzeichnen. Um die
zunehmende Nachfrage decken zu können, entschloss sich der Vorstand des
Verbandes Deutscher Jugendherbergen, Zweigausschuss Mark Brandenburg e.V. in
Berlin, eine Vergrößerung der Herberge vorzunehmen. Im Militärlager Zossen
wurde eine doppelwandige Holzbaracke gekauft, nach Brieselang transportiert und
von den hiesigen Baufirmen Paul Welsch und Eduard Patitz wieder fachmännisch
aufgestellt. So entstanden in der Baracke fünf für Mädchen und fünf für
Jungen getrennte Schlafräume, zusätzlich ein großer Tagesraum, der 150-200
Personen Platz bot. Durch diese Erweiterung stieg die Bettenanzahl von 40 auf
120. Während der Erweiterungsfeier 1925 wurde bei herbstlichem Wetter vor dem
Holzhaus, in dem nun Herbergsmutter Ilse Behr eine Wohnung bezogen hatte, eine
junge Linde gepflanzt. Ein besonderer Magnet für die jugendlichen Gäste war
der nahe gelegene Nymphenteich. Dieser nierenförmige Teich war 1913/14 für die
Höherlegung der Finkenkruger Straße entstanden und 1976/79 durch weitere
Sandentnahme für den Autobahnbau zum heutigen Nymphensee geworden.
Das Wald- und
Wiesengebiet um den Nymphenteich wurde als „Jugendland Brieselang“
bezeichnet. 1928 wurde in der Nähe des Teiches ein hölzernes Wirtschaftsgebäude
erbaut, welches jedoch während des 2. Weltkrieges abbrannte. Dieses Gebäude
beherbergte den Rettungsdienst und die Geländeaufsicht, außerdem bot es
Unterstand für 100 Personen. Gleichzeitig hatte man auch das Seeufer befestigt
und Bedürfnisanstalten errichtet. Die
Jugendgruppen, deren Weltanschauungen sehr unterschiedlich waren, kamen zum
„Jugendland“ für einen oder mehrere Tage. Unterkunft bot bei mehrtägigem
Besuch die nahegelegene Jugendherberge „Lindenhof“. Am Tage konnte sich die
Jugend nach Herzenslust tummeln, konnte baden, singen und tanzen, Sport und
Gymnastik treiben. Im Jahre 1931 wurden auf dem Brieselanger Jugendland 41000
Besucher gezählt. Nach 1933 war
es mit der Meinungsvielfalt zu Ende. Unter der Herbergsleitung von Dieckermann
zog nun der Geist der NSDAP bzw. der Hitlerjugend in die Herberge ein. Später
in den Kriegsjahren wurde die Herberge für Führungslehrgänge des BDM bzw. für
die Wehrertüchtigung der Hitlerjugend genutzt. Ab Sommer 1945
wurde die Jugendherberge für etwa zwei Jahre das Krankenhaus von Brieselang. In
den Jahren des Hungers und der Not griffen Krankheiten wie Ruhr und Typhus
schnell um sich und so wurden die Erkrankten in der damaligen Baracke versorgt.
Behandelnde Ärzte der etwa 30 Patienten waren Dr. Stappenbeck und Dr. Kolley. Später wurde
die Jugendherberge, unter dem Namen „Max Reimann“, wieder ihrem eigentlichem
Zweck zugeführt. Lange Zeit leitete die Familie Krüger und ab 1967 Frau Böbel
die Jugendherberge. 1973 wurde die eingangs erwähnte Baracke abgerissen und an
deren Stelle traten Bungalows. Nach
Fertigstellung der Autobahn 1979 wurden die ehemaligen Wohnunterkünfte der
Autobahnbauer, in der Straße Am Wald, die inzwischen abgerissen wurden,
zwischen 1981 und 1991 von der Jugendherberge zusätzlich genutzt. Während
dieser Zeit lag die Kapazität bei 140 Betten. Die Herbergsleitung oblag seit
1980 Herrn Schulz.
1983 fanden
14000 Jugendlichen aus der DDR, aus der CSSR und der Sowjetunion Aufnahme in der
Brieselanger Jugendherberge. Die Jugendlichen machten Exkursionen nach Berlin
und Potsdam. Am Abend boten Club- und Billardraum der Jugendherberge sowie die
Volleyballanlage, die Tischtennisplatten und der nahe See weitere Freizeitmöglichkeiten. Zu dieser Zeit
zahlten Schüler, Lehrlinge und Studenten für eine Übernachtung 0,25 M, alle
anderen 0,50 M zuzüglich einer Gebühr
für Bettwäsche. Seit Ende der
1980er Jahre übernahm Herr Harry Letz die Leitung der Jugendherberge. Anfang
1997 ist die Brieselanger Jugendherberge aus dem Verband der Jugendherbergen
Deutschlands ausgeschieden. Die Bewirtschaftung übernahm die Kommunale
Entwick-lungsgesellschaft Brieselang mbH (KEG). Seit dieser Zeit trägt sie den
Namen „Herberge zum Brieselang“. Die Leitung übernahmen Frau Letz und Herr
Jörg Reinsperger. 1997/98 wurden die ehemaligen Bungalows durch erdgasbeheizte
Holzhäuschen (siehe Foto) ersetzt und das Herbergsgelände neu gestaltet. Die
sechs Ferienhäuser mit insgesamt 78 Betten stehen allen Altersklassen zur Verfügung.
Die „Herberge zum Brieselang“, die seit dem Frühjahr 2002 von der Gemeinde
Brieselang an Herrn Jörg Reinsperger verpachtet wurde, eignet sich für
Klassen- und Vereinsfahrten aber auch für Festlichkeiten, Schulungen, Tagungen
und Klassentreffen.
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