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BK V/11 - 05.11.2004 |
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Brieselang
vor 10 Jahren - 1994 - das Jahr der Richtfeste! |
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Wären nicht
die Kündigungen der 145 Beschäftigten der neuen Grossmann-Firma in das
Jahr 1994 gefallen, hätte man an einen Aufschwung glauben können, denn überall
wurde in Brieselang geplant, gebuddelt und gebaut. Doch die Schließung der
gerade gebauten Werkhalle verpasste der leisen Hoffnung auf neue Arbeitsplätze
einen gehörigen Dämpfer!
Zum
Jahresbeginn 1994 hatte Brieselang mit Joachim Hanisch (SPD) einen neuen Bürgermeister
und Karin Radzewitz (WuBB) wurde zu seiner Stellvertreterin gewählt. Die Wählergemeinschaft
unabhängiger Bürger Brieselang (WuBB) konstituierte sich unter Vorsitz von
Christine Otto zu einem eigenständigen Verein. Nur kurze Zeit danach wurde der
Kultur- und Sozialverein „Frische Briese“ unter der Vorsitzenden
Marianne Tzschentke gegründet. Die kommunale Entwicklungsgesellschaft
Brieselang, die als Bauherr für die Wohnanlage im Amselweg fungierte,
konnte dort gleich zweimal und zwar im Januar und im Dezember Richtfest feiern. Bei den ersten
Häusern im Wohnpark Rotdornallee, der durch den Initiator Michael Kahan
entstand, gab es im Mai 1994 ebenfalls ein zünftiges Richtfest, welches die
Gaststätte Barsikow gastronomisch ausrichtete. Auf dem
ehemaligen Gelände des Gummiwerkes wurde im Oktober beim Hochziehen der
Richterkrone auf dem Gebäudekomplex, in dem die Sparkasse, die PLUS-Filiale
und weitere Geschäfte sowie Wohnungen geplant waren, auch so mancher Becher
Bier gelehrt. Weiterhin wurde in der Vorholzstraße 10 an dem dortigen
Wohnkomplex, heute als italienisches Viertel bezeichnet, gebaut. Auch in
der Fichtestraße wuchsen die Häuser in der Jochen - Friedrich -
Steege - Siedlung aus dem Boden. Die Brieselanger Wohnungsgesellschaft
„Birkengrund“ erhielt 1994 die ersten Fördermittel für den sozialen
Wohnungsbau zugesprochen. Damit das
Abwasser für all die neuen Wohnprojekte nicht zum Problem wurde, begann der Wasser-
und Abwasserverband Havelland im Mai in der Langen Straße mit der
Verlegung der ersten Druckleitung. An diese wurde der Wohnpark Rotdornallee nun
zügig angeschlossen, denn im Dezember wurden dort die ersten Wohnungen bezogen.
Nach und nach erfolgt eine Erweiterung des Abwassernetzes auch zu den anderen
Wohngebieten, das heute nach 10 Jahren noch nicht abgeschlossen ist. Straßenbefestigungen
erfolgen im Laufe des Sommers z.B. im Promenadenweg, Teilabschnitte der
Schopenhauer Straße, Am Winkel sowie des Amsel- und Parkweges mit Prokter
(Betonbruch). Dieses Baumaterial stammte vom Abriss des ehemaligen Gummiwerkes.
Doch durch den zunehmenden PKW-Verkehr und durch das Befahren mit schweren
Baufahrzeugen wurde der zunächst glatte Straßenbelag sehr schnell wieder
uneben, zudem entstanden bei Trockenheit mächtige Staubwolken. Nach mehrjährigem
Baustopp, bedingt durch die Wendezeit, konnte am 25.11.1994 nun endlich die neue
Brieselanger Kegelbahn in Betrieb genommen werden. Zuvor wurden unzählige
Arbeitsstunden von den Keglern geleistet, um den Innenausbau der Anlage zu
bewerkstelligen. Außerhalb der Gemeinde wurde auf dem WWZ mit den ersten
Erdarbeiten begonnen. Doch bis zur ersten behördlichen Baugenehmigung im März
1994 mussten von der Kommunalen Entwicklungsgesellschaft (KEG) unter der Regie
von Christine Otto, dem damaligen Amtsdirektor Richard Heynisch und dem
Planungsbüro Tolle unzählige Genehmigungen beim Land Brandenburg, beim
Landkreis und bei sonstigen Behörden eingeholt werden, wobei sich der Landkreis
anfangs nicht gerade kooperativ zeigte. Im April begann
ein Spülbagger der holländischen Firma Jelken mit der Ausbaggerung des neuen Öko-Sees
unweit des Havelkanals. Die gewonnenen Sandmassen wurden durch starke
Rohrleitungen auf die zu bebauenden Ackerflächen geschwemmt, auf denen die
heutigen Gebäude stehen. Dieses war notwendig, um den Baugrund anzuheben. Schon
in den Hitzemonaten Juli und August 1994 wurde der neue See trotz Verbotes von
Badelustigen in Beschlag genommen. Doch für den
Badebetrieb ist dieser See nicht vorgesehen, sondern er ist Bestandteil eines ökologischen
Biotops, welches Heckenanpflanzungen sowie die Schaffung eines Feuchtgebietes
als Ausgleichsmaßnahme für die großflächigen Industrieansiedlung darstellt. Am 22.
September 1994 erfolgte die Grundsteinlegung des Unternehmens Rigips. Da
das Industriegebiet so nah an der Autobahn, dem Havelkanal sowie der
Eisenbahnlinie Berlin-Hamburg gelegen ist, bezeichnet Rigips den Brieselanger
Standort als „Top-Lage“ vor den Toren Berlins. Prominentester Gast an dem Tag der Grundsteinlegung war der damalige Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer. Weiterhin waren anwesend Rigips Geschäftsführer Torben Nordström, Vorstandvorsitzender Jean Pierre Cuny, Landrat Dr. Burkard Schröder und natürlich unsere Ortspolitiker mit Amtsdirektor Richard Heynisch an der Spitze. Während der Grundsteinlegung überreichte der Amtsdirektor dem Rigips-Geschäftsführer Torben Nordström das Straßenschild der „Rigips-Straße“, die sich am künftigen Industriestandort befindet.
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