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BK II/03 - 17.03.2001 |
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Brieselanger Chronik von Arno Heinrich Heute: Einst Direktorenvilla heute Kindertagestätte "Bummi" |
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Der Ingenieur Martin Gumpel ließ sich im Jahre 1923 die Villa in der Wustermarker Straße 10 -Ecke Forstweg erbauen. Er selbst wurde Direktor der im gleichen Jahre in Betrieb genommenen Aluminiumgießerei der Firmer Max Weitzel und Co. in der Wustermarkerstraße 1 - 2 (heute Akarden-Markt ). Diese Villa wurde seitdem von den Brieselangern jahrzehntelang als „Villa Gumpel" bezeichnet, obwohl das Gebäude von dem jüdischen Besitzer nur bis etwa Mitte der 30er Jahre genutzt wurde. Ende der 30er Jahre erfolgte der Verkauf der jüdischen Immobilie an den Geo- Physiker Dr. Bernhard Brockamp, der der Geschäftsführer der Gesellschaft für praktische Lagerstättenforschung GmbH war. Diese Gesellschaft, die am 23. März 1937 in Berlin gegründet worden war, unterhielt im Brieselanger Forstweg 1 eine Forschungsstätte mit Labors und feinmechanischer Werkstatt in der ehemaligen „Villa Hirte" (heutiger Industriestandort). Die Forschungsstätte befasste sich mit der geophysikalischen Untersuchung des Erdreiches nach Kohle, Erzen und Erdöl. Nachdem die Berliner Zentrale im November 1943 ausgebombt worden war, übersiedelte auch diese nach Brieselang. Jedoch noch kurz vor Kriegsende 1945 sollen mehrere Mitarbeiter und auch der Geschäftsführer zu einer im Westen gelegener Zweigstelle gegangen sein. Sofort nach der Besetzung Brieselangs durch die Rote Armee wurde die Forschungstätte im Forstweg 1 unter russische Kontrolle gestellt und die Villa in der Wustermarker Straße 10 wurde ein Sitz des Volkskommissariat für Erdölproduktion der UdSSR. In der Villa (heute: Kita Bummi) wurde in den Jahren 1948 bis 1951 Berufsschulunterricht erteilt. Danach waren dort die Büros der Bauleitung der Havelkanalbaus bis etwa Herbst 1952 untergebracht. Ein Teil der Villa und deren Kellerräume waren jedoch als Wohnungen vermietet. Während dieser Zeit war die Immobilie bereits in Volkseigentum übergegangen und mit dem 1.11.1952 wurde der Rat der Gemeinde Brieselang der Rechtsträger. Im Jahre 1953 wurde im gesamten Gebäude ein Kinderdauerheim eingerichtet. In diesem Kinderheim wurden etwa 50 Kinder im Alter zwischen acht Wochen und drei Jahren rund um die Uhr von etwa 20 Kinderschwestern betreut, hinzu kamen Leitungs- und Küchenpersonal sowie Hausmeister usw. Die Kinder kamen meistens aus zerrütteten Familien, auch aus der weiteren Umgebung Brieselangs, wobei einige auch zur Adoption vorgesehen waren. In den Anfangsjahren musste das Personal unter schwierigen Bedingungen ihren Dienst bewältigen. Das Essen musste in einer sehr kleinen Küche zubereitet werden und während der kalten Jahreszeit mussten 15 Kachelöfen geheizt werden. Unzählige Windeln und Kinderwäsche mussten gewaschen und getrocknet werden. An langen Leinen flatterte die Wäsche dann unter den dicken Eichen. Etwa 1965 wurde dann das gesamte Heizungssystem auf Fernwärme, die vom Kesselhaus des Gummiwerkes kam, umgestellt. Im Laufe der Jahre wurden die Bedingungen weiter verbessert, so die sanitären Einrichtungen, spezielle Herde und Spülen sowie Sicherheitseinrichtungen wurden installiert. Ab 1982 wurde das Gebäude anfangs als Wochenkrippe und später als Tageskrippe genutzt und seit dieser Zeit ausschließlich für die Betreuung von Kindern aus Brieselang. Auch nach der Wende wurde dieser beibehalten und der damalige Landkreis Nauen bestätigte die Existenzberechtigung der nun als Kindertagesstätte (Kita Bummi) bezeichneten Einrichtung. Im Jahr 1992 kamen dann die 55 Kinder aus der Kinderkrippe ,,Anne Frank" aus der Vorholzstraße noch zur Kita Bummi hinzu, da in diesem Gebäude in der Vorholzstraße das Amt Brieselang vom März 1993 bis Nov. 1997 seinem Sitz hatte. Umfangreiche finanzielle Mittel wurden für die Kita Bummi ausgegeben: so 1992 für die Dachsanierung; 1993 für die Heizungsumstellung; 1993/94 für den Ausbau des Dachgeschosses und 1995 für die Fußböden. Weiterhin erfuhr der Spielplatz eine Neugestaltung auf bundesdeutschen Standards. Doch wir werfen unseren Blick nochmals in DDR Zeiten. Im Jahren 1988 wurde auf gleichem Grundstück neben der Villa ein Schulgebäude für den Polytechnischen Unterricht erbaut und dann mit Werkbänken und Maschinen eingerichtet. Da in der Grundschule jedoch bedingt durch die steigenden Einwohnerzahlen ab 1992 enorme Raumnot bestand, wurde beschlossen in dem barackenähnlichen Gebäude fünf Klassenräume zu schaffen, die dann bis zur Eröffnung der neuen Robinson-Grundschule (1997) genutzt wurden. Seit dieser Zeit befindet sich neben der Kita Bummi nun die Kita „Regenbogen" Zum Jahresbeginn 2001 betreuten in ,,Kita Bummi" 11 Erzieherrinnen - 99 Kinder, in der Kita „Regenbogen" 9 Erzieherinnen 85 Kinder (und in der Kita „Sonnenschein" 3 Erzieherinnen - 23 Kinder) Hinzu kommt die Leiterin der drei Objekte. Zu DDR-Zeiten wurde das Mittagessen in der Villa zu bereitet, z. Z. wird es vom Menü-Service Brieselang angeliefert. Die Trägerschaft der Kitas „Bummi", „Regenbogen" und ,,Sonnenschein" (im ehemaligen Rathaus) liegt noch bei der Gemeinde Brieselang, eine Übertragung in eine freie Trägerschaft ist jedoch im Gespräch. |
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