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BK IV/02 - 14.02.2003 |
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Brieselanger Chronik von Arno Heinrich Heute: Straßenbäume in Brieselang |
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Doch wir blicken nochmals ins Jahr 1925 zurück, als Brieselang seine politische Selbständigkeit erlangte. In einem 1926 erschienenen Bericht von Dr. Werner Reinhardt steht folgendes über die Pflanzung von Straßenbäumen geschrieben: „Etliche Straßen sind neu mit Bäumen bepflanzt worden, so unter anderem die Birkenallee mit jungen Birken, die der Gemeinde vom Kreis zur Verfügung gestellt wurden." Und so werden in weiteren Jahresberichten folgende Aussagen gemacht! · 1928/29 wurden der Bredower Damm (heute Paul Mewes Damm) und der westliche Teil der Nauener Straße (heute Karl Marx Str.) mit Ahorn- bzw. mit Lindenbäumen bepflanzt. · 1929/30 wurden in der Langen Str. weitere Pflanzungen vorgenommen und zwar mit Linden- und Ahornbäumen. Weiterhin wurde der Platz Bahnstraße – Ecke Heideweg gärtnerisch gestaltet. · 1932 und 1933 wurden an der Westseite der Gemeinde am sogenannten "Grünstreifen" (seit 1934 Verlauf des Kanals) als Windschutz Pappelpflanzungen vorgenommen. · 1935 setzten sich diese Pappelpflanzungen an der Uferpromenade fort. · 1937 werden Anpflanzungen Ergänzungspflanzungen und Pflege der Straßenbäume erwähnt. · 1938/39 wurden etwa 800 Bäume gepflanzt und der Hauptanteil dieser stattlichen Zahl in der Bredower Allee. Diese 24 m breite Allee erhielt sogar vier Baumreihen, so die Außenreihen mit rotblühenden und die beiden Innenreihen mit weißblühenden Kastanien. Dieses Bepflanzungsbild wurde im Laufe der letzten Jahrzehnte durch Baumaßnahmen unterschiedlichster Art größtenteils zerstört und der Befall durch die nun auftretende Miniermotte wird wohl den Rest besorgen. Ebenfalls 1938/39 wurden in der Falkenstraße und in der Langen Str. Ahornbäume gepflanzt Wegen der geringen Straßenbreite wurden in der Horst-Wessel-Straße (heute Rotdornallee) zur gleichen Zeit Rotdornbäume gepflanzt. · Während 1932 in der Vorholzstraße Kirschbäume noch als Straßenbepflanzung Erwähnung finden, wurde 1939 eine dreireihigen Bepflanzung mit Alleebäumen angekündigt, die größtenteils noch stehen, denn kürzlich wurden dort etwa 20 angeblich geschädigte Ahornbäume gefällt. · Erwähnt sollte noch werden, dass in der Bahnstraße zwischen der Thälmannstraße und der Langen Straße einst beidseitig Ebereschen standen, wahrscheinlich auch rechtsseitig bis zur Fichtestraße. Diese Bäume wurden etwa 1976/77beseitigt, weil auf der Bahnstraße die Sandtransporter für den Autobahnbau vom Nymphensee zur Autobahntrasse fuhren. Aus gleichem Grund wurde ebenfalls in der Bahnstraße die linke Eschenreihe zwischen Thälmannstr. und Finkenkruger Straße gefällt. Die Pappelpflanzungen der Bahnstraße von der Langen Straße in Richtung Kanal erfolgten etwa in den 60er Jahren. Zur gleichen Zeit wurden wohl auch die Pappeln an der Arndt- und Sudermannstraße gepflanzt, die jedoch schon Ende der 80er Jahre wegen Bruchgefahr gefällt wurden. Pappeln standen in den 50/60er Jahren als schnell wachsende Bäume hoch in der Gunst von Forstingeni Erwin Lahn. Deshalb ist er auch als Pappel-Erwin in Brieselang bekannt, denn unzählige Pappeln, die an Gräben, auf Freiflächen und an Sportplätzen wie z.B.dem alten Fußballplatz am Karpfenteich stehen, wurden auf seine Anweisung gepflanzt. Wenn wir nun eine Bilanz ziehen, können wir mit Bestimmtheit sagen, dass die Mehrzahl der Straßenbäume bis 1940 in Brieselang gepflanzt wurden, so auch die bisher ungenannten Anpflanzungen im Heideweg, in der August-Bebel-Straße in der Wustermarker Straße, der Goethestraße usw. Somit haben die meisten Straßenbäume ein Alter von 60-80 Jahren erreicht. Über den Zustand dieses alten Baumbestandes, von denen auch etliche krank und geschädigt sind, wird jedoch erst dann gesprochen, wenn es zu Fällungen kommt oder ein Orkan über das Land fegt, Bäume entwurzelt und abbrechende Äste Schaden anrichten. Nun stellt sich jedoch die Frage, warum sind die Straßenbäume geschädigt bzw. krank. Die Hauptursachen könnten folgende sein:
Es steht ja außer Frage, dass diese geschädigten Bäume ausgesondert werden müssen, danach sollte jedoch eine Neupflanzung folgen. Ein bescheidener Anfang wurde ja schon mit viel Tam–Tam und sogar parteiübergreifend in der Birkenallee im Frühjahr 2002 gemacht. Geld war auch in den 20/30er Jahren knapp, trotzdem hat man es damals verstanden, all diese Baumpflanzungen vorzunehmen. Es wäre wünschenswert, dass der damals geschaffene Siedlungscharakter, der ja auch so manchen Neubrieselanger deshalb in unsere Gemeinde zog, auch den nächsten Generationen, durch sachkundige Pflegemaßnahmen des alten Baumbestandes, erhalten bleibt! Am 27. Oktober 1959 erfolgte in Zeestow der Zusammenschluss der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften Brieselang – Bredow und Zeestow zu einer Groß-LPG. Von 357 Mitgliedern wurden nun 2012 Hektar Nutzfläche großflächig bewirtschaftet. Auch die Rinder- und Schweinehaltung erfolgte nun in Großställen. Die Auflösung der Groß-LPG erfolgte nach der politischen Wende. Für die Mitglieder bedeutete es Arbeitslosigkeit und die Suche nach einer neuen Perspektive begann. Die kargen Böden um Brieselang werden seit der Wende nicht mehr bewirtschaftet, so können sich Disteln, Klatschmohn und Goldrute hübsch blühend ausbreiten. In den vergangenen 50 Jahren hat sich einiges gewandelt. Wurden damals die Bauern bestraft, wenn sie das Abgabesoll nicht erfüllten, so werden heute Prämien gezahlt, damit die Erzeugerquote nicht überschritten wird. Jedoch trotz BSE, Futtermittelskandale, Vernichtung gesamter Rinder- und Schweinebestände gibt es jederzeit im Brieselanger Supermarkt: Kartoffeln, Brot, Wurst, Milch und Quark. |
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