|
|
|
|
|
|
|
Ins Bild gesetzt |
BK VI/01 - 20.01.2005 |
|
Wolfgang
Schmidt Maler und Bildhauer
Lebensabriss Geb.
1965 in Spandau, verheiratet, 2 Kinder - bald drei Mit
16 Jahren Elektriker-Ausbildung und 10-jährige Berufstätigkeit Tätigkeit
als Saxophonist in Ausstellungen und Auftritte einer Potsdamer Band 1992
– 2000 Landwirtschaftslehre und Meisterausbildung, hauptberuflich Pferdehof
und Landwirtschaft |
1. Seit wann leben Sie hier und wie sind Sie hierher gekommen?
1992
stellte ich mit dem Künstler Gerhard Scheibe Arbeiten zum Thema „Stahl und
Papier“ in der Galerie Nauen aus. Als ich mich vom Motorrad aus in der Gegend
umsah, entdeckte ich die Kuhställe in Zeestow. Meine Frau besaß bereits zwei
Pferde, so fiel die Entscheidung nicht schwer, hierher zuziehen.
2. Was gefällt Ihnen an diesem Ort?
Das
viele Wasser im Havelland, die Flüsse und Seen und dass es hier so grün ist.
Und die Weite. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, in der Stadt zu leben. Außerdem
gefällt mir die bunte Mischung der Menschen, die meist aufgeschlossen sind.
3. Was missfällt Ihnen an diesem Ort?
Teilweise herrscht hier noch die Ost-West-Denke. Es ist klar,
dass jeder durch das System, indem er lebte, beeinflusst ist. Doch beide hatten
ihre guten und ihre schlechten Seiten.
4. Sie hätten 3 Wünsche frei, um für den Ort etwas zu bewirken, welche wären das?
Meine Wünsche beziehen sich nicht nur auf Brieselang. Ich wünsche,
dass Kinder und Jugendliche die Möglichkeiten haben, sich auszudrücken sowohl
in Sport als auch in der Kunst. Sie sollen sich darstellen können und
Anerkennung dafür erhalten und dann ermutigt werden, damit weiter zu machen. Geld allein soll nicht die treibende Kraft
jeglicher Aktivität sein. Menschen sollen ihre Kreativität entdecken
und nicht dem Zwang zu konsumieren erliegen, jeder ist selbst Produzent. Jeder
sollte offen für sich selbst sein, in der Folge wird er auch anderen gegenüber
aufgeschlossen sein. So können Grenzen und Unterschiede verwischen. Wir sind
doch alle Menschen und mehr als Osten und Westen. Das sind nur
Himmelsrichtungen. Ich wünsche mir, dass Menschen weniger materiell und
funktionell denken. Jeder sollte seiner Individualität Ausdruck verleihen, sei
es beim Hausbau oder bei der Wahl der Kleidung.
BK: Wie kam es dazu, dass Sie sich nach jahrelanger
Bildhauerei als Hobby dazu entschieden, diese hauptberuflich zu betreiben?
Schon als Kind habe ich Wurzelholz bearbeitet. Der Drang,
etwas Neues zu schaffen, hat mich nie verlassen. Es ist wie ein Vulkan, den
keiner bremsen kann. Es ist spannend und ich finde hierin die Möglichkeit,
eigene Stimmungen auszudrücken. Meine Arbeiten sind der Spiegel meiner Selbst
und der der Gesellschaft.
BK: Ihrer Überzeugung folgend, dass in jedem Menschen
Kreativität steckt, die darauf wartet, geweckt zu werden, bieten Sie
Erwachsenen und Kindern Bildhauerkurse an. Was möchten Sie ihnen dabei neben
den technischen Fähigkeiten vermitteln?
Als Autodidakt kann ich den Lern- und Entfaltungs-prozess gut nachfühlen. Mit der Bildhauerei ist es möglich, Erlebtes zum Ausdruck zu bringen, Kreativität auszuleben- jeder für sich und in der Gemeinschaft. Mit der Kunst ist es möglich, sich äußeren Stresseinflüssen zu entziehen und die eigenen Wurzeln, die eigene Natur, wieder zu entdecken. In Kürze werden 12 Hortkinder unter der Leitung von Fr. Fuchs
zu einer Einführung in meinem Atelier sein. Ich möchte die schöpferische
Kraft, die in jedem Kind steckt, wecken. Kunst ist etwas zum Anfassen, Kunst
bringt Menschen zusammen. Das
Gespräch führte Nadja
Brahmann
|
|
|
|
|
|
Bitte beachten Sie auch folgende Nutzungsbedingungen. Jedes Kopieren oder Veröffentlichen in anderer Form ist untersagt. Werbung und |