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Wir sind im Süden Brieselangs. Viele Nordbrieselanger werden schon in dieser Straße geparkt haben ohne zu wissen wie sie heißt. Hier stellen Familien aus dem Norden ihre Autos ab, wenn mal eines der Kinder einen schönen Spielplatz im Ort nutzen möchte. Von diesem Platz aus, können die Kinder all die schönen Geräte einsehen und nutzen, die seinerzeit durch die KEG gestaltet und eingerichtet wurden.
Die Hebbelstraße ist eine kurze Straße und verbindet die Wielandstraße mit der Zeestower Chaussee. Sie tangiert den östlichsten Spielplatz und ist somit Ausgangspunkt für einen Abenteuergang. Ihre Namensgebung kann nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Obwohl sie im Bericht der Straßenzuordnung des Technischen Ausschusses vom 18.04.2002 nicht aufgelistet ist, taucht sie doch in den Ortsplänen der Nachwendezeit durchaus auf und ist auf einem Plan des Technischen Ausschusses sogar als Haupterschließungsstraße markiert.
“Es gibt keine reine Wahrheit, aber ebensowenig einen reinen Irrtum.” Könnte dazu na wer sagen? Richtig – Christian Friedrich Hebbel. Er gehört zur deutschen Dichtergarde des 19. Jahrhunderts. Geboren am 18. März 1813 als Sohn eines Tagelöhners in Wesselburen nutzt er alle die Möglichkeiten, die ihm sein vom Elternhaus beschränktes Leben bieten. So wird er Botenjunge und Schreiber des Kirchenspielvogts in seinem Heimatort.
In den Jahren von 1836 bis 1839 studiert er in Heidelberg und München nicht nur Jura, Geschichte und Literatur sondern obendrein noch Philosophie. Aus dieser Wissensmischung gestaltet er seine Werke, die vor allem Trauerspiele und Tragödien in Prosa- und Versform waren. So verzeichnet er seinen ersten Erfolg 1841 als Dramatiker mit der Tragödie “Judith”. Es folgen 1844 eines der ersten Werke des Realismus “Maria Magdalena”, 1850 “Herodes und Marianne” und 1855 “Agnes Bernauer”. Mit der Tragödientrilogie “Die Nibelungen”, die im Jahr 1862 erscheint, erhält er im folgenden Jahr den Schillerpreis.
Neben seinen Tragödien hatte Hebbel auch Sinn für feinen Humor. Überliefert sind viele Zitate, heute würde man Aphorismen sagen, die ihn überaus sympathisch erscheinen lassen.
Drum möchte ich gerade im Vorfeld des Wahlkampfes zur Kommunalwahl folgenden Spruch in das Poesiealbum so manchen Nörglers schreiben, von denen es in Brieselang leider mehr als genug gibt:
“Es gibt Leute, die nur aus dem Grund in jeder Suppe ein Haar finden, weil sie davor sitzen und so lange den Kopf schüttel, bis eines hineinfällt.” Bravo Herr Hebbel, sie gefallen mir.
Noch ein paar Kostproben gefällig?:
“Mit einem Menschen, der nur Trümpfe hat, kann man nicht Karten spielen.”
“Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus Schlange.”
“Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.”
Er war ein eckiges Etwas, ein Realist der überall neben dem Guten auch die Schlange lauern sieht. Seine Karten waren bunt gemischt. Da gab es Trümpfe und Luschen. Es endete leider zu kurz. Christian Friedrich Hebbel stirbt am 13. Dezember 1863 nur 50jährig in seiner Wahlheimatstadt Wien. I.E.G.
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