BK III/02 - 16.02.2002

Ursprung Brieselanger Straßennamen

Heute: Marie - Curie - Straße

Fährt man im Süden Brieselangs die Pappelallee Richtung Zeestow entlang und lässt dabei die vielen neugebauten Einfamilienhäuser links liegen, so fällt einem bald auf der rechten Seite das neue Grundschulgebäude auf dem weitläufigen Areal ins Auge. Kurz vor der Schule biegt man in Richtung des brausenden Berliner Rings in die Marie-Curie-Straße ein. Wie die vielen anderen "Entdecker und Erfinder" - Straßen, z.B. die Nikolaus-Kopernikus-Straße oder die Thomas-Edison-Straße,in der Nachbarschaft, wartet sie geduldig auf ihre Entdeckung durch neue Brieselanger, die an ihr ein Haus bauen wollen. 

Viel Geduld bewies auch ihre Namensgeberin: Marie Curie, geboren im Jahr 1867 in Warschau als Maria Sklodowska. Vier Jahre lang extrahierte Sie zusammen mit ihrem Mann Pierre Curie – in einem altem Hangar bei Paris - aus 2 Eisenbahnwaggons Pechblende 100mg Polonium und Radium. Die Chemikerin und Physikerin benannte das eine so entdeckte Element Polonium nach ihrem, vom damaligen Zarenreich besetzten, Heimatland Polen. In ihrer Heimat verdiente sich Maria Sklodowska den Lebensunterhalt zunächst als Erzieherin in polnischen Familien. 

Da Frauen der Zugang zu polnischen Hochschulen versagt war, folgte sie im Jahre 1891 ihrer älteren Schwester Zofia nach Frankreich, um an der Pariser Universität, der Sorbonne, Physik und Mathematik zu studieren. Hier lernte sie 1894 den französischen Physiker Pierre Curie kennen, den sie 1895 heiratete. Pierre Curie war Professor der Physik an der Sorbonne, wo er sich mit Fragen der Piezoelektrizität, der Kristallographie und des Magnetismus beschäftigte und in seinem Fach hohes Ansehen erwarb. 

Marie Curie begründete mit ihrem Mann ein wissenschaftliches Werk, dass sie beide weltberühmt machte, und ihr die seltene Ehre zuteil werden ließ, als bisher einzige Frau zweimal mit dem Nobelpreis ausgezeichnet zu werden. Als Folge des ständigen Kontaktes mit radioaktivem Material – die Bezeichnung Radioaktivität ist übrigens eine Wortschöpfung von ihr- starb Sie am 4. Juli 1934 in Sancellemoz (Frankreich) an Leukämie. J.Z.



 

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