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BK III/11 - 09.11.2002 |
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Ursprung Brieselanger Straßennamen Heute: Pfarrer Gehrmann - Straße |
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So mancher Brieselanger meinte in der Zeit der Entscheidung, dass Pfarrer Gehrmann eine bessere und schönere, ja größere Straße zugestanden hätte, um seine Verdienste gebührend zu würdigen. Doch die, die Pfarrer Gehrmann richtig kannten, sagen, genau so wie es jetzt ist, ist es richtig. Pfarrer Gehrmann war einer, der die Anfänge mitgestaltete, der Türen zum Öffnen brachte und selbst mit Hand anlegte, so unscheinbar und klein auch die Angelegenheit sein mochte. Am 16. November 2002 wird ganz offiziell in Anwesenheit des Kardinals Sterzinsky, vieler Familienangehöriger, der Brieselanger Bürgermeister, Gemeindevertreter, der Kirchengemeinde Sankt Marien und Pfarrer der umliegenden Kirchen die Namensverleihung "Pfarrer-Gehrmann-Straße" stattfinden. Ein Festakt im Gemeindesaal wird den feierlichen Beginn machen. Viele Brieselanger werden den Pfarrer der katholischen Sankt Marien Gemeinde noch in guter Erinnerung haben, denn er war einer von denen, die nicht nur in der Kirche sondern auch außerhalb mit den Menschen das Gespräch gesucht und ihnen unabhängig ihrer Konfession zur Seite standen. Heinrich Gehrmann wurde am 1.
März 1919 geboren. Seine Heimat in der Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges war
Westpreußen, Pommern und Schlesien. 1938 wurde er zum Militärdienst
einberufen. Bei der Schlacht um Stalingrad im 2. Weltkrieg geriet er in
russische Gefangenschaft. Fünf Jahre kärglichsten Lebens, das ihn entkräftete
und krank machte, stand er durch ohne jedoch innerlich gebrochen oder verbittert
zu sein. Sein Wunsch, Theologie zu studieren, hatte die Zeit der Gefangenschaft
nicht brechen können. 1948 nahm er in Sein Weg führte ihn nach seiner Kaplanszeit nach Neuruppin, Stralsund, Fehrbellin sowie 1975 nach Brieselang. Hier wirkte er bis zum Jahr 1992. Anspruchslos, aber immer für andere da zu sein, prägte sein Leben. Schützend stand der 1,93m große Mann vor den Menschen, die bei ihm Hilfe suchten. Angst vor den Machthabern unserer Zeit kannte er nicht. So gehörte es zum Bild in unserem Ort, dass er persönlich mit der Straßensammlerbüchse in der Hand um Spenden für Alte, Kranke und Behinderte gebeten hat. Dabei war ihm das Gespräch mit den Menschen auf der Straße ein ebenso wichtiges Anliegen. In der Wendezeit 1989 stellte er öfter die Frage: „Wollt auch ihr gehen?". Allen Ängstlichen und Mutlosen war er Stütze und Halt. In der Nachwendezeit ermunterte er zur Übernahme von politischer Verantwortung. Er selbst wurde zur Mitarbeit an den runden Tisch gebeten. Er war die Vertrauensperson bei der ersten Einsicht der Stasiakten. Wenn er während der Wendezeit die Kirche für alle, die suchend und fragend zum gemeinsamen Friedensgebet mit anschließendem Gespräch, öffnete, so bot er wiederum die Räume der Kirchengemeinde zu politischen Gesprächen an. Leider zwangen ihn gesundheitliche Gründe 1992 auf seine Gemeinde zu verzichten. Die Hausgeistlichenaufgaben im Benediktinerinnenkloster in Alexanderdorf bei Zossen sollten ihn etwas ruhiger treten lassen. Die Bürger Brieselangs bedankten sich bei Pfarrer Gehrmann mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde im Mai des Jahres 1992. Am 13. Dezember 1997 ging für Pfarrer Heinrich Gehrmann ein erfülltes Leben zu Ende. I.E.G. und D. Ahrens |
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