BK IV/10 - 15.10.2003

Ursprung Brieselanger Straßennamen

Heute: Rotkehlchenstraße

Wenn sich im Herbst die Zugvögel in großen Scharen versammeln und in Richtung Süden aufbrechen, kann sich das Rotkehlchen nicht so recht entschließen mitzuziehen. Dennoch machen sich Rotkehlchen, die in nördlichen Gefilden leben, auf den weiten Weg in die Wärme, während andere nicht so empfindlich sind, und überlebensfähigen Temperaturen des kommenden Winters vertrauen. So teilen sich die Rotkehlchen in Zugvögel und Standvögel.
Immerhin gaben sie aber einer Straße im Brieselanger Norden ihren Namen. Die Dächer der neuen Reihenhäuser hier sind so rot, wie die Brustlätzchen der Rotkehlchen. Die Rotkehlchenstraße im Vogelviertel verbindet den Amselweg mit der Falkenstraße und ist etwa 1996/97 entstanden. Das heißt, sie ist neu und hat eine richtige Fahrbahn, Straßenbeleuchtung und es gibt hier sogar einen Spielplatz.
Rotkehlchen gehören zur Ordnung der Sperlingsvögel, zur Familie der Drosselvögel und bilden hier ihre eigene Gattung die Erithacus rubecula. Ihre Nester bauen sie vor allem in Wäldern, Parks und ländlichen Gebieten mit strauchartiger Vegetation.
Ihre Fortpflanzung nehmen sie sehr genau. Etwa zwei bis drei mal pro Jahr brüten sie in ihren becherförmigen Nestern. Jedes Gelege kann aus drei bis neun Eiern bestehen und wird ausschließlich vom Weibchen bebrütet. Nach einer Brutzeit von 12 bis 15 Tagen schlüpfen die Jungen, die im Alter von 12 bis 15 Tagen bereits flügge werden . Bei drei erfolgreichen Bruten bringen es die kleinen Vögel auf durchschnittlich 18 Junge pro Jahr. Die Hauptnahrung von Rotkehlchen besteht aus Insekten und wirbellosen Weichtieren. Sie sind daher vom Frühjahr bis zum Herbst fast unverzichtbare Vertilger von Ungeziefer aller Art. Im Winter leben die Vögel eher von Beeren und Samen, nehmen aber auch gerne das von Menschen ausgelegte Winterstreufutter an. Die Vögel sind im Winter besonders gut an diversen Futterstellen zu beobachten.
Selten sind sie gezwungen, ihr Revier zu verteidigen. Meist reicht dazu der Gesang der Vögel aus. Dringt aber trotzdem ein Nebenbuhler ein, wird durch die rote Brust des Revierinhabers augenblicklich ein Aggressionsverhalten ausgelöst. Dieser hebt den Schwanz an, breitet die Flügel aus und plustert sich auf, um seine leuchtend rote Brust deutlich zur Schau zu stellen. So wirksam dieses Drohverhalten gegenüber Rivalen ist, so hinderlich ist es bei der Werbung um ein Weibchen, das sich äußerlich kaum von einem Männchen unterscheidet. Die dementsprechend komplizierte Balz beinhaltet so zum Beispiel das Füttern des Weibchens durch das Männchen, um so die Partnerbindung zu stärken.
I.E.G.



 

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