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BK II/02 - 21.02.2001 |
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Ursprung Brieselanger Straßennamen Heute: Schulplatz |
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Auch der Schulplatz mit seinem heute so unschuldigen Namen hat seit der Ansiedlung der ersten Siedler schon vier Namensgebungen hinter sich. Begonnen hat seine Geschichte etwa 1919, als sich die ersten Siedler hier niederließen. Der Schulplatz bezeichnet den Straßenzug vom Paul-Mewes-Damm bis zur Karl-Marx-Straße im Nordteil Brieselangs. Ursprünglich war hier einmal das Ortszentrum geplant, denn schon in den ersten Besiedelungsjahren entstanden nacheinander an drei Ecken dieses Platzes zum einen die Schule, zum anderen die evangelische Kirche und drittens der Konsum. An der vierten Ecke des Platzes war damals an die Errichtung des Rathauses gedacht, dort wo heute im Schulgarten Erbsen, Möhren und Sonnenblumen wachsen. Aus der Ansammlung dieser für einen Ort bedeutenden Einrichtungen wurde er schlicht "Gemeindeplatz" genannt. Doch das Rathaus wurde nicht gebaut, denn auch andere Generationen von Ortspolitikern plagte eine permanente Geldnot. So residierte der erste Ortsvorsteher zunächst in seinem Privathaus am Ende der Birkenallee und später wurden Räumlichkeiten in bereits vorhandenen Häusern in der Nähe des Bahnhofes angemietet. Als im Jahr 1925 der langjährige Reichspräsident Friedrich Ebert kurz vor Ablauf seiner Amtszeit starb, gab die sozialdemokratisch denkende Kommunalführung Brieselangs dem "Gemeindeplatz" den Namen dieses aktiven Sozialdemokraten, der 1913 Vorsitzender der SPD wurde und die Reichstagsfraktion der SPD von 1916 bis 1918 gemeinsam mit Philipp Scheidemann führte. Von der Weimarer Nationalversammlung wurde Friedrich Ebert zum vorläufigen Reichspräsidenten gewählt und seine Amtszeit im Oktober 1922 vom Reichstag bis Juni 1925 verlängert. Friedrich Ebert war immer um Überparteilichkeit und Ausgleich bemüht. Damit trug er zu einer relativen Stabilisierung der vor links- und rechtsextremistischen Tendenzen gefährdeten Republik bei. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers im Jahr 1933 hatte der wichtigste Platz im Orte kaum eine Chance, den Namen eines Sozialdemokraten weiter zu tragen. Er wurde umbenannt und dreimal darf man raten, welchen Namen er erhielt. Richtig, Brieselang hatte nun einen Adolf-Hitler-Platz. Doch die Geschichte zeigt, dass gerade dieser Name nach Beendigung des zweiten Weltkrieges und dem jämmerlichen Ende des 1000jährigen Reiches keine Berechtigung auf Weiterbestand hatte. Noch 1945 erhielt der Platz den Namen des Gebäudes, das am größten und wichtigsten an diesem Standort war: der Schule. So heißt dieser wenig an einen Platz erinnernde Straßenzug seitdem "Schulplatz". I.E.G. |
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