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BK II/09 - 14.09.2001 |
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Ursprung Brieselanger Straßennamen Heute: Uhlandstraße |
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Auf der Gemeindevertretersitzung vom 10. Februar 1930 hieß der Tagesordnungspunkt 7: "Benennung der Straßen in Brieselang-Süd. Im Protokoll wurde schließlich festgehalten: "Es wird beschlossen, die Straßen mit Dichternamen vorzuschlagen und die Wahl dem Gemeindevorstand zu überlassen." Der Gemeindevorstand schien sehr belesen zu sein, denn quer durch die Literatur wurden die "gängigsten" Schriftsteller und Dichter ausgewählt. Ganz im Süden des Literatenviertels erhielt Johann Ludwig Uhland seine Straße. 1933 reichte sie von der Vorholzstraße bis zur Arndtstraße. Richtung Süden war geplant, sie bis zu Kreischaussee, heute Zeestower Chaussee, weiterführen zu lassen. Genau dieser damals noch nicht vorhandene Teil der Uhlandstraße heißt heute Körnerstraße. 1930 gab es bereits auch schon eine Körnerstraße, jedoch ging diese kurze Straße von der Wustermarker Straße ab und heißt heute Tolstoistraße. Etwas verwirrend das ganze? Gut, bleiben wir bei der Uhlandstraße, wie sie bereits in den Ortskarten von 1933 eingezeichnet war. Ich habe die Apfelbäume nicht gezählt, die hinter den vielen schönen alten Gärten stehen, in diesem Sommer reichlich Äpfel tragen werden und Schatten spenden. Ich erinnere mich noch gut an die Musikstunde in der Grundschulzeit, als wir das Lied "Bei einem Wirte wundermild, da war ich jüngst zu Gaste..." lernten und innbrünstig sangen. Der Romantiker Uhland hat es geschrieben und es passt so schön hierher, in diesen Teil Brieselangs. Johann Ludwig Uhland wurde am 26. April 1787 in Tübingen geboren. Seine Eltern waren renommierte Gelehrte. So lag es nahe, dass auch Uhland die wissenschaftliche Karriere einschlug. Er begann in seiner Heimatstadt Rechtswissenschaften und Philologie zu studieren. 1811 beschäftigte er sich in Paris mit der Handschriftenkunde. Er nutzte später auch seine Kenntnisse aus dem Studium der Rechtswissenschaften und war ab 1812 als Rechtsanwalt, Sekretär im Justizministerium in Stuttgart und als liberaler Abgeordneter bis 1838 tätig. Als Professor für deutsche Sprache und Literatur machte er sich einen weithin geachteten Namen. Uhland war einer der Hauptrepräsentanten des schwäbischen Dichterkreises, der schwäbischen Spielart der Romantik. Er bezeichnet jene zwischen 1810 und 1850 um Uhland und seinen Freund Justinus Kerner gebildeten Kreis württembergischer Dichter, der sich vor allem dem volkstümlichen Lied, der christlichen Lyrik, der Ballade und der heimatlichen Sage widmete. Dem Kreis gehörten unter anderem auch der Märchendichter Wilhelm Hauff und Eduard Mörike an. Die Öffnung gegenüber literarischen Dilettantisten lud allerdings den Spott Heinrich Heines auf sich, der eine heftige Polemik gegen die schwäbischen Romantiker startete. Heine warf dem Kreis "philiströse Beschränktheit" vor. In Uhlands Balladen und Romanzen finden sich, angeregt durch seine wissenschaftliche Beschäftigung, zahlreiche Darstellungen historischer Ereignisse und Sagenstoffe. Bereits zu seinen Lebzeiten regten Uhlands Gedichte, die sehr beliebt waren und häufige Neuauflagen erlebten, Komponisten wie Franz Schubert, Franz Liszt, Robert Schumann und Johannes Brahms zu Vertonungen an. "Ich hat´ einen Kameraden, einen bess´ren findst du nicht..." ist eines der wohl auch heute noch am häufigsten gespielten Lieder bei Trauerfeierlichkeiten. Als Mitbegründer der deutschen Germanistik verfasste er eine Abhandlung über den Minnesänger Walther von der Vogelweide und trat mit einer Sammlung Alt- und Niederdeutscher Volkslieder an die Öffentlichkeit. Ab 1850 lebte Johann Ludwig Uhland als Privatgelehrter zurückgezogen in Tübingen und starb am 13. November 1862 mit 75 Jahren. I.E.G. |
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