BK II/04 - 11.04.2001

Ursprung Brieselanger Straßennamen

Heute: Uthmannstraße

Lange haben viele gerätselt, nach wem wohl die Straße im Komponistenviertel benannt ist. Das Komponistenviertel, für alle, die sich im Norden nicht so recht auskennen, liegt im Winkel zwischen der Karl-Marx-Straße und der Falkenstraße. Die Uthmannstraße ist unbefestigt, wie viele andere auch in dieser Gegend, das mal als das "Brechstangenviertel" bezeichnet wurde. Je weiter man vom Bahnhof entfernt lebte, um so einfacher und ärmer waren die Siedler. Das hat in einem Zeitalter, wo mindestens ein Auto zu jedem Haushalt gehört, heute natürlich keine Bedeutung mehr.

In der Uthmannstraße sind eine Reihe neuer Häuser einer Dänischen Firma entstanden, in der die neuen Eigentümer ihrem ersten Sommer und den gärtnerischen Pflichten entgegensehen. Eine Pferdekoppel mit Tümpel erinnert an den ländlichen Ursprung. Diese Straße ist noch geprägt von einem bunten Miteinander von Wohn- und Wochenendnutzung und sanfter Landwirtschaft.

Straßennachbarn der Uthmannstraße tragen die Namen so bedeutender Musiker wie Bach, Tschaikowski oder Liszt. Und Uthmann? Kein Lexikon kennt ihn. Dennoch war er ein Großer seiner Zeit.

Soviel ist bekannt. Gustav Adolf Uthmann wurde am 29. Juni 1867 geboren und starb am 22. Juni 1920 in Barmen, das heute zu Wuppertal in der Rheinprovinz gehört. Als Sohn eines Elberfelder Arbeiters bildete er sich autodidaktisch, um Arbeiterchöre dirigieren zu können.

1892, kurz nach der Aufhebung des Sozialistengesetzes, wurde die Liedergemeinschaft der deutschen Arbeitersänger gegründet. 1908 entstand der Deutsche Arbeitersängerbund, der bereits zwei Jahre später mehr als 80.000 Mitglieder zählte. Im Jahr 1928 wurden schon 280.000 Chorsänger gezählt.

Zum Gedenken an diesen Vorreiter der Arbeiterchöre, der ja auch 1926 mit dem "Männerchor Harmonie" in Brieselang sein Saatkorn hat aufgehen lassen, wurde jene Straße nach ihm benannt. Auf einer Ortskarte Brieselangs aus dem Jahr 1940 ist die heutige Uthmannstraße noch als "in Bau" gekennzeichnet. Vermutlich hat sie ihren Namen in den vierziger oder fünfziger Jahren erhalten. I.E.G.



 

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